Part 4: Coffee Bay!!!

Part 4: Coffee Bay!!!

 

Coffee Bay

Vom 16. Juni bis 19. Juni fand das bisher mit Abstand am aufwendigste Event meines Jahres statt: Es ging mit 24 Kindern nach Coffee Bay! Coffee Bay ist ein kleiner Ort 315km östlich von Berlin. Zusammen mit den Coffee Bay und zwei der East London Freiwilligen organisierten wir ein Girlssoccer- und ein Boysvolleyballtournament.

Los ging es, wie sollte es auch anders sein, natürlich mal wieder mit Taxidrama. Zwei Stunden mussten wir diesmal auf unseren sehnlichst erwarteten Transport warten. Nachdem diese Hürde endlich überwunden wurde, folgte auch schon die nächste: Die Fahrt. Die meisten der Kinder sind die langen Autofahrten überhaupt nicht gewöhnt. Die ganzen Süßigkeiten und Chips taten noch ihr Übriges, sodass es leider nicht jeder Magen unbeschadet zum Ziel schaffte. Erstmal angekommen waren aber die ganzen Strapazen der Fahrt schnell vergessen. Uns stand ein komplettes Backpackers, das Friends, zur Verfügung. Im Vorfeld haben wir uns mit dem Manager getroffen und einen Plan ausgearbeitet für das Wochenende. Das Ergebnis dieses Planes war ein Rundumsorglos-Packet für alle. Es gab Frühstück und Abendessen, jegliche Eingänge wurden von Security gesichert und der Backpacker wurde für den normalen Betrieb geschlossen, so dass wirklich nur wir da waren.

Für die Kinder war das Friends der Wahnsinn. Sie hatten eigene Badezimmer und Duschen dementsprechend fließend Wasser, eigene Betten und das Highlight der 100m entfernte Strand.

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Der Donnerstag war nur für die Ankunft geplant, deshalb waren für diesen Tag noch keine Spiele angesetzt. Genug Aufregung gab es aber trotzdem, sodass die Nacht ziemlich lang und der Schlaf sehr kurz wurde.

Freitagmorgen startete der Tag früh mit dem Volleyballturnier. Fußball sollte erst am frühen Nachmittag starten, da die Teams aus East London später anreisten.

Der erste Gegner für unser Team, die „Red Devils“, hieß Coffee Bay 2. In einem spannenden Spiel siegten die Red Devils mit 3:0. Gespielt wurde immer bis ein Team drei Sätze gewonnen hatte. Ohne Pause ging es weiter in das nächste Spiel. Diesmal gegen die A.W.Barnes. Diese konnte das Spiel 3:0 für sich entscheiden. Nach der Niederlage ging es zum Energie tanken und Kraft schöpfen in die Lunchtime.

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Lunchtime

Für diesen ersten Turniertag standen noch zwei weitere Spiele an. Der erste Gegner direkt nach der Pause war Coffee Bay 1 in einem aufreibendem Match behielten die Red Devils die Oberhand und gewannen am Ende 3:1. Auch das nächste Spiel, das Rückspiel gegen CBay 2 konnten die Red Devils mit 3:1 für sich entscheiden. Die Jungs schafften sich eine sehr gute Grundlage für den kommenden entscheidenden Spieltag.

 

Nach der Lunchtime ging es auch für die Mädels los. Zwei Spiele standen an diesem Tag auf dem Plan. Den Anfang machte die Begegnung mit Coffee Bay 3. Um ehrlich zu sein, war das erste Spiel „grottig“. Wir waren zwar überlegen, aber ich hatte den Eindruck, dass die Mädels alles, was ich ihnen in den letzten Monaten beigebracht hatte, vergessen haben. Trotzdem gewannen wir durch ein glückliches Tor 1:0. Auch wenn das Spiel schlecht war, hatte ich noch viel Hoffnung für die nächsten Spiele, denn wie ich aus eigener Erfahrung nur zu Gut weiß, ist am Anfang öfter mal der Wurm drin. Meine Hoffnung bestätigte sich im nächsten Spiel. Gegen die A.W. Barnes hatten die Cool Cats sich wieder gefangen und spielten ihr gewohntes Spiel. Leider schafften wir es nicht aus dem Spielverlauf ein Tor zu schießen, sodass der Handelfmeter eine glückliche Fügung für uns war. Das Spiel endete mit 1:0 für uns. Mit zwei Siegen hatten wir uns eine gute Ausgangsposition geschaffen, da bei den anderen Spielen viele Unentschieden dabei waren.

Dieser Spieltag war erstmal geschafft. Nun hieß es Abendprogramm gestalten. Perfekterweise griff auch hier unser Rundumsorglos-Paket. Nach leckerer Pizza wurde traditionell getanzt und im Anschluss daran getrommelt. Das Trommeln beeindruckte so sehr, dass ich das erste Mal auf diesem Ausflug bisher die Kinder ganz ruhig erlebt habe. Natürlich nur, bis sich ihr Rhythmusgefühl meldete und auf Tischen, Stühlen und Oberschenkeln mitgetrommelt wurde. Da auch dieser Abend irgendwann enden musste, ging es danach für alle ins Bett. Diesmal war die Nacht erfreulicher Weise ruhiger, dafür aber der Morgen wesentlich lauter. Über meinem Zimmer schliefen Mädels der East London Teams, die ab 6:30 Uhr ihrem Bewegungsdrang nachgehen mussten. Zu meinem Leidwesen in Form von Getrampel auf dem Boden.

Nach dem Frühstück ging es für beide Teams in die entscheidenden Spiele. Unser Volleyballteam konnte seine gute Verfassung vom Vortag wiederholen. Leider waren auch die anderen Teams heiß und sehr motiviert. In dem ersten Spiel dieses Tages hieß der Gegner wieder A.W. Barnes. Auch diesmal war die Barnes uns überlegen. Wir verloren das Spiel mit 3:1. Noch war die Hoffnung auf den Titel nicht verloren. Ein Sieg im nächsten Spiel hätte den Finaleinzug bedeutet. Die Teams lagen von den Punkten her alle sehr nah beieinander. Leider waren die Red Devils dem Druck nicht gewachsen und verloren das Rückspiel gegen CBay 1 3:0. Somit standen die Barnes und CBay 1 im Finale. Nach einer spannenden Partie gewann Coffee Bay 1 das Turnier. Die A.W. Barnes wurde Zweiter, die Red Devils Dritter und Cbay 2 Vierter.

Niklas und ich waren auch ohne Titel sehr zufrieden mit den Jungs. Es waren ihre ersten richtigen Spiele im Volleyball und dafür haben sie sich verdammt gut geschlagen.

Zeitgleich bei den Mädels:

Der erste Gegner war Parkside, ein Team aus East London. Nach einem starken Spiel beider Mannschaften konnten wir auch dieses Match für uns entscheiden. Der Finaleinzug wurde immer realistischer. Das nächste Spiel gegen CBay 1 versetzte dem Traum allerdings einen leichten Dämpfer. In einem umkämpften Spiel mussten wir uns letztendlich einer 2:0 Niederlage geschlagen geben. Nach diesem Spiel waren die Mädels äußerst unzufrieden und etwas demotiviert. Allerdings völlig grundlos. Dank unserer guten Vorarbeit hatten wir den Finaleinzug im nächsten Spiel selbst in der Hand. Mit einem Sieg gegen CBay 2 wären wir sicher im Finale. Da CBay 2 aber mit einem Sieg genauso sicher im Finale gewesen wäre, war das Spiel sehr hart. Keine Mannschaft wollte der anderen etwas schenken. Am Ende mussten wir uns mit einem Unentschieden zufrieden geben. Aber auch jetzt noch konnten wir ins Finale kommen. Die letzte Hoffnung lag auf dem Spiel CBay 1 gegen Parkside. Gewinnt CBay1 sind wir draußen, verlieren sie aber oder spielen unentschieden wären wir im Finale. Der Fußballgott war uns an diesem schönen Nachmittag wohlgesonnen. CBay 1 gegen Parkside endetet 0:0. Damit hieß das Finale Coffee Bay 2 gegen die Cool Cats.

Das Finale war über die gesamtem 30 Minuten eine spannende Partie mit Aufs und Abs auf beiden Seiten. Schon in der ersten Halbzeit konnten wir uns den entscheidenden Vorteil in Form eines Tores sichern. Danach hieß es zittern, Daumen drücken und einfach nur kämpfen, um das Ding nach Hause zu holen. Glücklicherweise passte in diesem Spiel alles zusammen. Die Mädels spielten alle ausnahmslos super, sodass wir uns den Sieg am Ende wahrlich verdienten.

Die Freude war natürlich sehr groß. Zum ersten Mal gewann Coffee Bay nicht ein Ladiessoccertournament, obwohl sie teilnahmen. Mit der Freude des Sieges ging es ins Meer.

Auch diesen Abend wurden wieder die Trommeln rausgeholt und zusätzlich noch Rugby geschaut.

Kaputt vom Tag vielen die Kinder glücklicherweise relativ früh ins Bett.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen und Sachen packen. Ein wirklich schöner Trip ging zu Ende. Natürlich nicht ohne den Kindern ein ganz besonderes Highlight der Transkei zu präsentieren: das Hole In The Wall. Danach ging es aber wirklich zurück. Diesmal zum Glück ohne magenentleerenden Zwischenfall.

Diese Zeit war die bis jetzt intensivste, die ich mit den Kindern verbracht habe. Natürlich war es zwischendurch sehr anstrengend und Sonntag bin ich um 19 Uhr Tod ins Bett gefallen, aber dennoch würde ich es sofort wieder machen und habe jede Sekunde der Zeit genossen. Auf diesen Ausflügen wird einem immer wieder bewusst, wie eng die Bindung zu den Kindern mittlerweile geworden ist.  

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Part 3: Boyssoccertournament

Part 3: Boyssoccertournament

Nachdem im Mai ein Fußballturnier für alle existierenden Mädchenmannschaft veranstaltet wurde folgte nun vom 10. auf den 11. Juni das Gegenstück für die Jungs. Leider lief hier nicht als so problemlos ab, wie bei den Mädels. Eigentlich wollten wir schon am Freitag den 9. Juni beginnen, aber aufgrund eines landesweiten Taxistreikes war am Freitag nicht an Fortbewegung zu denken. Die Taxifahrer hatten die komplette Autobahn blockiert. Samstagmorgen konnten wir glücklicherweise starten. Traurigerweise hatten andere Teams nicht so viel Glück wie wir, sodass eine Mannschaft kurzfristig absagen musste. Zum Glück ist der Kader Lukas und meiner Mannschaft groß genug, sodass wir einfach zwei Mannschaften stellen konnten. Dem Turnierstart stand somit nichts mehr im Wege.

Gespielt wurde in zwei Gruppen a fünf Teams. Jedes der Teams spielte in einer der Gruppen. Für Team blue startete das Turnier mit zwei Siegen äußerst erfreulich. Dementsprechend freudig ging es in die kurze Mittagspause. Team green erkämpfte sich zwei Unentschieden.

Nach der Mittagspause ging es frischen Mutes in die zweite Runde des Turniertages. Nach zwei weiteren Spielen, einem Sieg und einem Unentschieden hieß es für Team green Platz 3 in der Gruppe. Zwar waren wir punktgleich mit der Mannschaft auf dem 2. Platz, aber sie hatten leider ein Tor mehr geschossen als wir.

Für Team blue lief es ähnlich unglücklich. Nach einem richtig richtig guten Spiel gegen ein Team aus East London mussten wir uns 1:0 geschlagen geben. Das letzte Spiel der Gruppenphase ging Unentschieden aus. Somit war auch Team blue Gruppendritter aufgrund des Torverhältnisses.

Am nächsten Tag sollten die Platzierungsspiele ausgetragen werden.

Der Abend startete verdächtig ruhig mit gemütlichem Abendessen. Die Ruhe währte allerdings nicht lange an. Einer der Jungs schmierte mir Zahnpasta ins Gesicht und gab damit den Startschuss für ein sehr beliebtes Spiel in Südafrika: Colgaten. Das Wort leitet sich von der Zahnpasta Colgate ab. Nach nur wenigen Minuten entbrannte eine wilde Zahnpastaschlacht, in der die Truppenstärken äußerst unfair waren. Emma, Solveig und ich mussten uns alleine gegen 30 Jungs zur Wehr setzen. Irgendwann hatte aber auch das ein Ende. Das eigentlich lustige kam erst am nächsten Morgen, als ganz überraschend keiner der Jungs mehr Zahnpasta hatte. Zum Glück konnten aber Unbeteiligte des letzten Abends aushelfen, sodass dem Fortgang des Turniers nichts weiter im Weg stand.

Da beide Mannschaften in ihren Gruppen dritter geworden sind, spielten sie gegeneinander. Das Spiel war hauptsächlich ziemlich lustig. Ein großer Faktor dafür war der Torwart von Team blue, der während des Spiels seine Leidenschaft für Soloeinlagen an der Mittellinie oder neben der Eckfahne entdeckte. Letztendlich gewann Team green mit 3:1. Für mich persönlich war dieses Spiel mit das beste, auch wenn es qualitativ nicht hochwertig war, zeigte es umso mehr, was für ein gutes Team die Jungs geworden sind. An diesem Punkt war ich richtig stolz!

Platz 5 und 6 waren am Ende für alle völlig zufriedenstellend. Besonders verglichen mit den letzten Spielen und dem Turnier, war festzustellen, dass sich jeder der Jungs individuell sehr verbessert hat, was einen als Trainer natürlich besonders freut.

Zum Abschluss ging es trotz des wahrlich kalten Wetters noch an den Strand. Der Großteil der Jungs trotze dem Wetter und sprang in die Wellen, während Lukas und ich mit dicken Jacken und Schal die Aufsicht führten.

Toooooor

Toooooor

Die bisher größte Investition hat sich deutlich gelohnt!!! Vor zwei Wochen wurden endlich die Tore und Netballkörbe geliefert, die ich vor einiger Zeit bestellt habe.

Zusammen mit Schülern der sechsten und siebten Klassen trugen wir die Tore und Netballkörbe zur Schule. Von dem Moment der Ankunft an, waren besonders die Tore der größte Hit und ganz nebenbei erleichtern sie uns das Fußballtraining und manchmal auch den Sportunterricht ungemein.

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Von großen und kleinen Turnieren Part 2

Von großen und kleinen Turnieren Part 2

An dem letzten Wochenende fand das erste von drei großen Events der nächsten Zeit statt: ein Mädchenfußballturnier mit allen von Freiwilligen trainierten Mannschaften.

So kam es, dass sich am 20.05.2016 zehn Mannschaften aus dem gesamten Eastern Cape in East London an der A.W. Barnes einfanden. Da die Teams aus Coffee Bay, Jeffreys Bay und Port Elizabeth (PE) bis zu fünf Stunden Anreisezeit hatten, war der Freitag nur als Anreisetag geplant. Nachdem alle Mannschaften die Hürde der Hinfahrt überwanden, die Matratzen verteilt und die Schlafplätze zugewiesen waren, versammelten wir uns mit allen ungefähr 120 Kindern in der „Aula“ der Schule und spielten ein paar Kennenlernspiele. Pünktlich um 18 Uhr gab es Abendessen. Zum Glück erklärte sich eine sehr nette Lehrerin der A.W. Barnes bereit am Freitag und Samstagabend für uns alle in der Schulküche zu kochen. An diesem Abend gab es Kartoffelbrei, mit Tomatensauce, Boerewurst und natürlich, was bei keiner afrikanischen Mahlzeit fehlen darf, Brot. Im Anschluss an das Essen wurde der Beamer aufgebaut und „She is the man“ geguckt. Da viele Kinder von Anreise und Aufregung recht erschöpft waren ging das Licht an diesem Abend relativ früh aus. Ein paar meiner Mädels waren allerdings noch zu wach und aufgedreht, sodass Tina und ich ein kleines Workout zum auspowern und Yoga zur anschließenden Entspannung mit den Kids gemacht haben.

Nach einer überaus bequemen Nacht auf dem Boden ging es Samstagmorgen mehr oder weniger ausgeschlafen aus dem Bett. Für Frühstück war jedes Team selbst zuständig, Also hieß es Brote schmieren, Wurst schneiden und Schüsseln mit Cornflakes befüllen. Als alle gesättigt und mit ihrer kosmetischen Routine durch waren, ging das eigentliche Turnier los.

Der Ort des Geschehens waren die zwei Felder vor der Schule. Da wir zwei Felder zur Verfügung hatten, spielten wir in zwei Gruppen a fünf Teams.

Dem ersten Gegner, dem wir uns stellen mussten waren die Golden Girls aus PE. Es war ein packendes Spiel, dass wir 1:0 für uns entscheiden konnten. Auf dem Feld, auf dem wir spielten gab es nur Hockeytore, was den Schwierigkeitsgrad ein Tor zu erzielen erheblich erhöhte. Der erste Sieg brachte uns schon mal in eine gute Lage, da die meisten anderen Begegnungen unentschieden ausgingen. Im nächsten Spiel gegen die Cheetah Girls aus Coffee Bay traf uns das gleiche Schicksal. Ein wirklich packendes Spiel, das am Ende mit 0:0 endete. Dieses Spiel zeigte mir eindeutig, dass ich mit meinen Mädels Schusstraining machen muss. Teilweise haben sie weiter neben das Tor geschossen, als sie davon weg standen. Trotzdem waren alle mit dem Ergebnis  zufrieden, da Coffee Bay ein starker Gegner war.

Nach zwei Spielen wurde dann auch schon die „lunchtime“ eingeläutet. Es hab Hotdogs,  Äpfel und eine kurze Verschnaufpause. Nachdem alle wieder frisch und munter waren ging der Spielbetrieb weiter. Für mein Team und mich kam das entscheidene Spiel, ob wir es ins Halbfinale schaffen oder nicht. Unser Gegner die A.W. Barnes war gewillt uns diesen Einzug so schwer wie möglich zu machen. Die Cool Cats waren aber nicht bereit sich diesen Triumph nehmen zu lassen und besiegten die Barnes in einem spannenden Match mit 1:0. Damit waren wir im Halbfinale!!! Unser letztes Gruppenspiel gegen die Cheetah aus JBay war noch einmal spannend, ging aber unentschieden aus. Die Cool Cats wurden mit drei Punkten Abstand Gruppenerster. Der Gruppenzweite musste noch per Siebenmeterschießen ermittelt werden. Nach einigem Gerechne stand fest die Halbfinalbegegnungen sollte sein: Cool Cats gegen Shining Stars (ein Team aus Ilitha, dass uns als Gegner schon bekannt war) und Golden Girls gegen Stars (Coffee Bays zweites Team). Die Platzierungsspiele, Halbfinale und Finale sollten allerdings erst am Sonntag ausgetragen werden.

Der restliche Plan für Samstag war Essen, Disko und Beautycontest. Zu Essen gab es diesmal Nudeln mit Bolognese und natürlich Brot. Im Anschluss bauten die männlichen Trainer die Musikanlage auf und wir Mädchen den Catwalk.

Unglücklicherweise war an diesem Abend auch das DFB Pokalfinale. Wie waren wir begeistert, als wir entdeckten, dass die Schule Internet hat und wir somit das Spiel streamen konnten.

Ich konnte zwar nicht alles vom Spiel sehen, da mich das Bewegungstalent der Kinder immer wieder so ins Staunen versetzt hat, dass ich das Spiel komplett vergaß, aber immerhin etwas. Nach wilder Tanzerei voller Dancebattles und lautem Geschrei ging auch dieser Abend zu Ende und alle ins Bett.

Sonntag der Tag der Entscheidungen..

Auch dieser Morgen begann mit Brote schmieren, Wurst schneiden und Schüsseln mit Cornflakes befüllen. Danach lag der Fokus komplett auf dem nächsten Spiel. Die Shining Stars aus Ilitha galt es zu bezwingen. Da die beiden Teams die letzten zwei Nächte in einem Raum verbrachten hatten sie Freundschaft geschlossen, aber diese mussten sie jetzt bei Seite schieben. Das Spiel begann mit deutlicher Überlegenheit unsererseits. Aus dieser Überlegenheit entstand das 1:0. Danach wurde es aber nochmal spannend. Die Shining stars setzten zur Attacke an, denn auch sie wollten ins Finale einziehen. In den verbleibenden zehn Minuten schafften wir es allen Angriffen zum Trotz unser Tor erfolgreich zu verteidigen und hielten das 1:0- Der Einzug ins Finale war geschafft!

Diesmal spielten wir auf einem anderen Platz mit wesentlich größeren Toren. Coffee Bay 2 konnte das andere Halbfinale für sich entscheiden und war dementsprechend unser Endgegner. Die Mannschaft aus Coffee Bay war von Anfang an der Favorit, dennoch waren die Cool Cats höchst motiviert den Sieg für sich zu erringen. Den Anfang der ersten Halbzeit sah es auch so aus, als würden wir es schaffen. Die Mehrheit der Torchancen sprach für uns. Allerdings resultierte daraus kein Tor, sodass es nicht anders kommen konnte, als das Coffee Bay ein Tor schoss. Die zweite Halbzeit gaben die Mädels nochmal alles, aber leider reichte es nicht. Wir verloren das Finale 1:0.

Trotz der Niederlage war ich unglaublich stolz auf die Mädels. Das Finale war mit Abstand das beste Spiel, dass ich von jeder Spielerinn bis jetzt gesehen habe. Natürlich waren die Mädels anfangs enttäuscht, als sie aber den Pokal sahen und realisierten, das sie zweiter von zehn Mannschaften sind, schlossen sie sich meiner Freude an.

Zu einem besonderen Highlight wurde die Siegerehrung. Meine Torfrau Sanele wurde zur besten Torfrau de Turniers gewählt, was mich selbst als Torfrau natürlich besonders stolz machte.

Im Anschluss an das Turnier ging es zur Feier noch an den Strand.

 

 

Von großen und kleinen Turnieren

Von großen und kleinen Turnieren

Leilas Memorial Tournament

Mittlerweile schon gute zwei Monate zurückliegend ist Leilas Memorial Tournament. Leyla war eine Schülerin an der A.W. Barnes, eine Primary School in East London, die überaus Sport und vor allem Fußball begeistert war. Sie ist dieses Jahr an einer Nierenkrankheit verstorben. Deshalb haben Lenny und Vicki, zwei Freiwillige des Weltwärts-Jahrganges 2013/2014, ein Fußballturnier zum Andenken an Leilas organisiert.

Für meine Mannschaften und mich fing der Tag typisch afrikanisch an: Die Abfahrt verschob sich um 90 Minuten. Irgendwann kamen wir aber doch in East London an. Das Turnier begann mit einer Life Skills Lesson, in der eine Lehrerin sich gemeinsam mit den Spielern und Spielerinnen nochmal an Leyla erinnerte.

Der Spielplan sah so aus, dass es eine Gruppe für die Jungen- und eine für die Mädchenmannschaften gab. Innerhalb dieser Gruppen spielte jeder gegen jeden. Was ich an dieser Stelle hinzufügen sollte, ist, dass ich seit Februar mit Lukas, einem meiner Mitbewohner, zusammen eine Jungenmannschaft trainiere.

Nach den Gruppenspielen haben die Mannschaften mit den meisten Punkten das Finale ausgetragen. Die Jungs haben es leider nicht ins Finale geschafft, die Mädchen hingegen schon. Es war für mich ein kleines Wunder, wie meine Mädels, die bei ihrem letzten Turnier mit Hängen und Würgen ein Tor geschossen haben, direkt in ihrem ersten Spiel 4:0 gewannen. Genauso erfolgreich ging es bei den Mädels weiter. Das Finale wurde zwischendurch nochmal spannend, konnte dann aber letztendlich klar mit 3:0 für uns entschieden werden.

Die Pokale wurden von Leilas Eltern übergeben, was für mich persönlich die Siegerehrung wesentlich emotionaler machte. Leider fing es an zu regnen, sodass alles im Schnellverfahren durchgezogen werden musste. Eine meiner Spielerinnen wurde zur Freude aller auch noch Torschützenkönigin.

Besonders gefreut hat mich auch, wie meine beiden Mannschaften sich gegenseitig unterstützt haben. So hat es mich nicht gewundert, dass die Jungs am Ende das Best-Supporting-Team geworden sind.

Das ergreifendste trug sich am nächsten Montag in der Schule zu, als der gewonnene Pokal beim morningassembly der gesamten Schüler- und Lehrerschaft präsentiert wurde. Der Sieg wurde gefeiert wie eine Weltmeisterschaft und die Lehrer fanden sehr sehr lobende Worte für die Mannschaft und mich. In solchen Momenten merke ich, dass meine Zeit hier kleine Veränderungen bewirkt, auch wenn es nichts Weltbewegendes ist, sondern „nur“ Freude und unvergessliche Erinnerungen für die Kinder und mich sind.

3500 km, 30 Tage, 13 Ziele

3500 km, 30 Tage, 13 Ziele

Zwischenseminar 08.12.-11.12.2015

Bevor unser großes Abenteuer losging, stand unser 2. Seminar in Südafrika an. Hierzu ging es wie schon beim Mal davor ins Areena Riverside Resort nahe East London. Es war schön alle anderen Freiwilligen wiederzusehen und ihren Erzählungen zu lauschen. Wir sind zwar alle im selben Land und haben offiziell den selben Job, aber irgendwie erleben doch alle das Land, die Leute und die Arbeit auf ihre ganz eigene und unterschiedliche Weise.

Freitag ging es dann zusammen mit der WG von Coffee Bay zurück nach Berlin, mit kleinem Zwischenstopp in East London, um noch letzte Besorgungen für den Urlaub zu machen.

Aufbruch!!!!

Am Samstag den 12.12. brachen wir, dass sind alle Mitglieder meiner WG und der aus Coffee Bay (insgesamt 10 Leute),  früh morgens auf. Unser erstes Ziel hieß Durban. Nach 700km und einem ganzen Tag Fahrt kamen wir durchaus erschöpft in Durban an. Unser Backpacker lag sehr gut, sodass wir abends nur wenige Minuten Fußweg hatten, um unseren Hunger zu stillen. Die Nacht verbrachten wir alle zusammen in einem 12er Schlafsaal.

Ausschlafen war für Sonntag (13.12.) leider nicht eingeplant, wir hatten uns ein straffes Programm ausgesucht. Wir besuchten den äußerst berühmten Gewürzmarkt Durbans. Leider konnten wir diesen nicht in ganzer Fülle betrachten, weil aufgrund des Sonntages weniger Stände da waren. Trotzdem haben wir einige leckere Gewürze ergattert.

Nach dem Gewürzmarkt ging es zum Fischmarkt, der aber auch nicht so gefüllt war wie sonst. Also falls irgendjemand vor hat nach Durban zu fliegen und diese Märkte zu sehen, dann empfehle ich einen anderen Wochentag. 😀 Den Sonntagabend verbrachten wir alle zusammen entspannt bei einer Runde Pool im Backpackers.

Montags (14.12.) verringerte sich unsere Gruppe um zwei Personen, sodass wir nur noch zu acht waren. Den Morgen verbrachten wir damit unsere Route bis Weihnachten zu planen, denn bis Weihnachten hatten wir noch keine weitere Unterkunft gebucht. Als die logistischen Dinge geregelt waren und unsere Route „save“ war, ging unsere Sightseeing Tour weiter.

Heute standen Museen auf dem Plan. Als erstes waren wir in einem Apartheidsmuseum, das aber leider weniger über Apartheid, als über die Geschichte der Bierbrauerei Durbans war. Auch ein interessantes Thema, aber nicht das, was wir erwartet haben. Im Anschluss wollten wir eigentlich in eine recht berühmte Art Gallery in Durban, leider haben wir diese aber nicht gefunden, sodass wir
letztendlich im größten Einkaufszentrum der südlichen Hemisphäre gelandet sind. Diese Mall ist wirklich unfassbar riesig!!! Mit integriertem Hotel, einem Schwimmbad mit monströsen Rutschen, einem eigenem Kino und so vielen Geschäften, dass man es gar nicht an einem Tag schafft alle zu besuchen. Das Kino haben wir dann auch gleich genutzt und den neuen James Bond geschaut. Ich hatte allerdings nicht sehr viel von diesem Besuch, da ich nach zehn Minuten in einen festen Schlaf gefallen bin.

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Ein Teil der Mall

 

Dienstag (15.12.) ging es dann weiter. Aber bevor wir Durban verließen, besuchten wir noch das Stadion, in dem Deutschland bei der WM in Südafrika im Halbfinale gegen Spanien ausgeschieden war. Trotz dieses negativen Ereignisses, war das Stadion echt schön. Durch die Stadionführung hatten wir sogar die Möglichkeit die Präsidenten Suite zu sehen.

15.12-17.12. Nach guten 200km erreichten wir unser nächstes Ziel: Umzumbe. Der Backpacker Mantis and Moon war der schönste unserer Reise. Wir machten uns zwei schöne Strandtage und genossen die Unterkunft.

Der Donnerstag (17.12) war schon wieder ein Tag des Aufbruches. Früh morgens machten wir uns auf den Weg nach Port St. Johns. Dank Kaffee und Hörspiel war die Fahrt aber ganz angenehm. In unserem Backpacker hatte man voll das Dschungelfeeling, weil die Pflanzen sehr wild gewachsen waren und zwischen den Bäumen kleine Äffchen hin und her gesprungen sind.

Viel mehr als die Fahrt haben wir am Donnerstag nicht mehr geschafft, sodass wir schon um 23Uhr alle geschlafen haben.

Am nächsten Morgen ( Freitag 18.12.) war es schon morgens echt heiß. Wir entschieden uns für einen Vormittag am Strand. Leider konnte man aufgrund der hohen Haigefahr nicht weiter ins Wasser als bis zu den Knien, wenn überhaupt. So kam es dass wir nicht wirklich lange am Strand waren. Das Highlight im Amapondo Backpackers waren eindeutig die Duschen! Diese waren zu einer Seite offen, sodass man beim Duschen aufs Meer gucken konnte. So ausgiebig habe ich schon lange nicht mehr geduscht.

Abends haben wir von einem wunderschönen Aussichtspunkt den Sonnenuntergang angeschaut. An dem Ort wo wir waren, wurde die Schlussszene von Blood Diamond gedreht. Den Abend verbrachten wir an der Backpackerbar. Für diesen Abend war eine Art Kostümparty angesagt, was uns allen sehr viel Spaß und Freude bereitet hat.

Unseren letzten vollen Tag in Port St. Johns (19.12.) wollten wir nochmal voll nutzen. Um 11Uhr morgens starteten wir eine Wanderung zu einem nahe gelegenem Wasserfall, der Bululo Waterfall. Unser eigentlicher Plan war die Wanderung ohne Guide zu machen, aber da uns gesagt wurde, die Gefahr sich zu verlaufen sei so groß, dass wir doch lieber mit Guide gewandert sind. Die Wanderung war echt schön. Unser Führer ist mit Machete vorweg gegangen um uns den Weg freizuschlagen. Der Wasserfall war kleiner als erwartet, aber nichtsdestotrotz sehr schön. Am Wasserfall konnten wir von den seitlichen Klippen ins Wasser springen.

Obwohl die Wanderung an sich nicht sonderlich anstrengend war, waren wir abends zu nichts mehr in der Lage, als zu schlafen, was auch gut war, denn am nächsten Morgen hieß es wieder einmal Aufbruch…

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Der Blick aus dem Küchenfenster in Coffee Bay

20.12. Trotz theoretisch kleiner Kilometerzahl, brauchten wir relativ lange nach Coffee Bay, da die Strecke einfach nur schwierig war. Coffee Bay ist wie immer sehr schön und im Vergleich zu den letzten malen wesentlich voller. In Coffee Bay war unsere ursprüngliche Gruppe wieder vereint. Den Abend verbrachten wir entspannt am Lagerfeuer.

Nach einem äußerst erholsamen Schlaf ging es für die Hälfte von uns weiter nach Bulungula. Die anderen kamen am nächsten Tag nach. Die Gravel road nach Bulungula war wirklich Horror. Für 12km brauchten wir 90 Minuten!! Endlich angekommen, gab es ein freudiges Wiedersehen, denn in Bulungula waren bereits die Freiwilligen aus Jeffrey Bay, Bulungula selbst und die East London Jungs.

Bulungula ist wirklich beeindruckend. Die beiden Freiwilligen leben hier ohne fließend Wasser und Strom. Licht gibt es über das Solarnetz vom Nachbarn. Zur Dusche und Toilette musste man 200m hin und zurück laufen. Die Handys konnten wir zum Glück in der nahegelegenen Lodge laden, sodass an Weihnachten die Handys noch Akkus hatten, um sich Zuhause zu melden. Geschlafen haben wir in Zelten vor dem Haus der Freiwilligen.

Die nächsten Tage 22. und 23. Dezember haben wir am Meer und im Haus gechillt. Am 23. wollten wir Mädchen eigentlich reiten gehen, aber da die Pferde in Bulungula frei rum laufen und sich dadurch manchmal weiter entfernen, konnten an diesem Tag nur zwei Pferde gefunden werden, sodass der Ausritt leider flach fiel.

Heiligabend

Den 24. starteten wir standesgemäß mit einer full body massage im Freien, entspannter wäre kaum möglich gewesen. Aufgrund des schlechten Wetters in der Nacht, unser Zelt ist leider etwas eingebrochen, hatten wir die wohltuende Entspannung auch wirklich nötig.

Am Abend aßen wir mit allen anwesenden Freiwilligen zusammen in der Lodge. Das Weihnachtsmahl war nicht so feierlich, wie man es von zuhause kennt, aber trotzdem schön. Nach dem Essen folgte die Geschenkübergabe. Anschließend haben wir bis spät in die Nacht am Lagerfeuer am Strand gesessen, erzählt und Weihnachtslieder gesungen.

Dieses Weihnachten war nicht zu vergleichen mit dem, was ich von Zuhause kenne, aber es war trotzdem schön.

Den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir ganz unfeierlich im Auto. Es ging zurück nach Hause für eine Nacht, da uns die komplette Strecke von Bulungula zum nächsten Ziel zu lang war.

Der 2. Weihnachtstag verlief  ähnlich unfeierlich. Wir legten eine lange Strecke von 500km zurück. Die Fahrt hatte sich aber gelohnt. Der Backpacker in Plettenberg Bay war einsame Spitze! Wirklich sehr schön und gemütlich. Den Abend haben wir sehr gechillt vor dem Kamin verbracht.

Sonntag 27.12. war auch nicht geprägt von Ereignissen. Strand und etwas shoppen. Es war das erste Mal seit langem, dass man wieder durch eine Fußgängerzone schlendern konnte.

Am nächsten Tag ging es mal wieder auf die Straße mit dem Auto. Unser Ziel war Cap Alguhas, der südlichste Punkt Afrikas. Die Fahrt war trotz einiger Komplikationen sehr lustig. Wir haben ein Mädelsauto aufgemacht und uns die Zeit mit lautstarkem singen von Mamma Mia und Pitch Perfect Liedern vertrieben.

Geburtstag!!

Abends ging es dann ans Vorbereiten fürs Reinfeiern in meinen Geburtstag. So gut wie am Abend vor meinem Geburtstag haben wir echt lange nicht mehr gegessen. Es gab eine große Auswahl an Salaten, Schnittchen, Cookies, und vielem mehr. Richtig lange waren wir aber trotzdem nicht wach. Gegen eins sind alle ins Bett gegangen. Vorher habe ich aber noch wunderbare Geschenke ausgepackt. 

Mein Geburtstagsmorgen startete mit einem Berg von Pfannkuchen und den Resten des Abends. Nach dem kulinarischem Höhepunkt fuhren wir in eine Grotte, die nur bei rücklaufendem Wasser zu besichtigen war. Da wir schon relativ spät dran waren und das Wasser schon kam, konnten wir nur kurz in der Grotte verweilen. Die Grotte lag direkt an einem mehr als paradiesischem Strand. Wirklich genauso, wie man sich das vorstellt: weißer Sandstrand, Himmelblaues Wasser und eine malerische Umgebung. Den Abend verbrachten wir am südlichsten Punkt Afrikas, genau an der Stelle, wo sich der Atlantik und der Indische Ozean treffen. Der Sonnenuntergang war ebenso wie der Strand sehr sehr schön und für uns die perfekte Art den Abend ausklingen zu lassen.

Kapstadt!!!

Mit der aufregendste Part unserer Reise spielte sich wohl rückblickend in Kapstadt ab. Die Fahrt nach Kapstadt war nicht lang und somit schnell bewältigt. Die ersten Eindrücke von Kapstadt waren überwältigend. Diese Stadt ist wirklich unglaublich und zählt ab sofort zu meinen Topfavoriten. In Kapstadt trafen wir auch wieder auf unsere Gruppe von Weihnachten. Mit welcher wir abends die Long Street, die Partymeile Kapstadt unsicher machten.

Mit wenig Schlaf ging es motiviert in den nächsten Tag: Silvester! Erstmal war shoppen angesagt.  In Kapstadt gibt es dazu mehr als genug Möglichkeiten. So kam es, dass wir auch alle recht erfolgreich waren.

Abends kamen die anderen Freiwilligen zu uns in den Backpacker um etwas vorzufeiern und dann gegen 23 Uhr zum Strand aufzubrechen. Dort wollten wir das Feuerwerk vor dem Tafelberg angucken. Zum Strand zu kommen gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Die Stadt war so voll, dass wir schon Angst hatten das neue Jahr im Taxi starten zu müssen. Pünktlich, zehn Minuten vor zwölf kamen wir am Strand an. Das Feuerwerk war beeindruckend und der Brauch im neuen Jahr ins Meer zu springen auch. Noch schwieriger als das hinkommen zum Strand gestaltete sich allerdings das zurückkommen. Wir warteten ungelogen 1,5 Stunden auf ein Taxi, bis wir endlich zurück im Backpacker waren. Nach kurzem Sammeln ging die Party weiter, bis ich dann gegen sieben Uhr morgens ins Bett gefallen bin.

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Die Longstreet von unserem Backpacker aus

 

Der Neujahrstag war sehr entspannt. Erstmal ausschlafen, anschließend Essen gehen und früh ins Bett.

Der 2. Januar war ebenfalls entspannt. Ich habe lange geschlafen. Den Nachmittag sind wir nochmal losgezogen, um shoppen zu gehen und haben dabei einen sehr interessanten Ladenbesitzer kennen gelernt, der uns ein bisschen sein Viertel von Kapstadt gezeigt hat.

Abends sind wir in das Musical  “Orpheus in Africa” gegangen, was eines meiner Geburtstagsgeschenke war. Das Musical war toll gesungen und gespielt. Die Stimmen der Darsteller, so klar und schön.

Auf dem Hin und Rückweg zum Theater sind wir an der Karnevalsparade vorbeigelaufen und wieder einmal in den Genuss der tänzerischen Fähigkeiten der teilnehmenden Gruppen gekommen.

Sonntag ging es zum Cap Point und und Cap of Hope. Wieder einmal hat mich die Schönheit der Natur umgeworfen!

Im Anschluss an die Kaptour fuhren wir weiter nach Robertson. Ein kleines Örtchen im Hauptweinbaugebiet Südafrikas. In Robertson hatten wir alle zusammen ein Ferienhaus, was sehr schnuckelig war.

Den nächsten Tag 4.01.2016. starteten wir mit einer Weintour. Unsere Vermieterin hatte uns freundlicherweise noch, obwohl es so kurzfristig war, ein Taxi gemietet, sodass keiner auf die Weinproben verzichten musste. Gleich im ersten Weingut sind wir auf sehr leckeren Wein gestoßen, von dem wir uns dann auch etwas für Zuhause mitnahmen. Wir besuchten noch zwei weitere Weingüter, die alle aussahen, als seien sie aus Filmen. Diese Gegend von Südafrika ist nochmal etwas ganz neues gewesen, was ich so noch nicht gesehen hatte.

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch verbrachten wir im Tsitsikamma. Die Besitzer des Backpackers haben ein großes Herz für Tiere weshalb, wir im Backpacker auf Pferde, Ziegen und Hühner trafen. Besonders gut an diesem Backpacker gefielen uns die morgendlichen Pancakes, die kostenlos vom Backpacker bereitgestellt wurden.

Die Fahrt am Mittwoch war glücklicherweise sehr entspannt, da sie nur knapp eine Stunde in Anspruch nahm. In Jeffreys Bay angekommen gab es zur Freude aller mal wieder ein großes Hallo, als wir unsere Weihnachtsgruppe trafen. Zur Feier des Tages ging es mit allen zusammen essen.

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Der Chaotenhaufen versammelt an Jbays Strandpromenade

 

Abgesehen von der Fahrt unterscheidet sich der Donnerstag (7.1.) nicht sonderlich vom Mittwoch. Wir gingen shoppen, chillten mit den anderen zusammen und aßen abends zusammen.

Am nächsten Morgen hatten wir endlich die Gelegenheit unseren in Bulungula versäumten Ritt nachzuholen. Wir ritten knapp zwei Stunden am Strand und durch den Busch entlang. Die Kulisse war malerisch. Für mich persönlich ging ein kleiner Mädchentraum in Erfüllung: am Strand durch die Wellen zu galoppieren. Wunderschön!

Im Anschluss an das Reiten fuhren wir nach Port Elizabeth zu den dortigen Freiwilligen.

Die Zeit in PE nutzten wir, um uns die Stadt anzugucken und natürlich ein bisschen shoppen zu gehen.

Zurück nach Hause!

Sonntag ging es zurück nach Berlin. Endlich wieder. Es war schon so weit, dass man sich es gar nicht mehr vorstellen konnte, nicht jeden zweiten dritten Tag im Auto zu verbringen, aus dem Rucksack zu leben und das Gefühl zu haben, jeder Tag wäre ein einziges Abenteuer.

Als Abschluss unserer Urlaubes waren wir nochmal mit allen zusammen Essen und im Kino.

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen von Coffee Bay. Das war wirklich härter als gedacht. Es war einfach so selbstverständlich geworden zusammen zu sein und sich jeden Tag zu sehen. Die Trauer des Abschieds zeigte uns allen aber nochmal, was wir für eine klasse Gruppe geworden sind und mir persönlich, dass ich echt richtig gute Freunde in Südafrika gefunden habe!!

Alles in Allem war dieser Urlaub das Krasseste, was ich bis jetzt in meinem Leben erlebt habe. Ich habe das Gefühl, dass ich nur von einem Bruchteil dessen einen Eindruck vermitteln konnte. Dieser Urlaub hat mir aber auch gezeigt, dass Südafrika und gerade Berlin sich für mich wie Zuhause anfühlen.

Eines weiß ich nach diesem Urlaub ganz genau: mich kann keine europäische Großstadt mehr schocken, wenn es ums Auto fahren geht, denn in diesem Monat bin ich soviel Auto gefahren, wie in meinem ganzen Leben davor zusammen genommen nicht.

Holidayprogram und das Soccertournament

Holidayprogram und das Soccertournament

In Südafrika beginnt und endet das Schuljahr im Winter. Um den Schülern einen schönen Abschluss zu bereiten und die Tradition bei zu behalten, dass wir Freiwillige vor den Ferien etwas besonderes machen, haben wir vor den Ferien einen Sportsday an jeder unserer Schulen organisiert. Wir überlegten uns sechs verschiedene Stationen, Stopptanz, Kartoffellauf, Flaschenwerfen, Dreibeinlauf, Tauziehen und das absolute Higlight: eine Slackline. Für fast alle der Kinder war es das erste Mal, dass sie überhaupt mit einer Slackline in Kontakt gekommen sind. Da der Sportsday für den ganzen Tag geplant war, wollten wir auch etwas Verpflegung und Trinken für die Kinder zur Verfügung stellen. So kam es, dass wir in unserer Garage jeweils1000 Äpfel, NikNaks und Softdrinkflaschen hatten.

An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an alle Spender, ohne die auch dieses Event nicht möglich gewesen wäre.

 

Vom 30.11.bis zum 2.12. führten wir nacheinander an jeder Schule den Sportsday durch.

Los ging es am Montag mit der Nobutho Primary School. Die Nobutho ist nicht direkt in Berlin, sondern in einem außerhalb gelegenem Township. Die Entfernung stellte uns vor die erste Hürde an diesem Tag, da wir seit einiger Zeit aufgrund technischer Probleme auf unser Auto verzichten mussten. Zum Glück hatte Lukas in der Woche zuvor durch Zufall die Bekannschaft mit einem Taxibesitzer gemacht, sodass wir mit all unseren Sachen sicher an der Nobutho ankamen. Der restliche Tag verlief ohne Probleme, was uns und alle anderen sehr glücklich stimmte. Der schönste Moment an der Nobutho war, als wir das Essen und Trinken ausgaben. Die Dankbarkeit, die wir erfuhren, war unglaublich. 

Zum Abschluss haben wir uns noch mit einigen Schülern eine Wasserschlacht geliefert,was an diesem heißen Tag auch mehr als nötig war!

 

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vollbepackt ging es zur Berlin

 

Tag 2 des Holidayprograms brachte uns an die Berlin 

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Der selbst ernannte Master am Werk

Primary School. Da unser Auto immer noch in der Werkstatt war, mussten wir auch hier improvisieren. Kurzerhand haben wir uns Einkaufswagen vom örtlichen Supermarkt ausgeborgt, die wir vollgeladen zur Berlin Primary School geschoben haben. Zum Glück ist die Berlin Primary School zu Fuss nur 15 Minuten von uns entfernt. Dieser Tag war der wohl heißeste Tag, den wir bis jetzt in Südafrika erlebt haben. Nichtsdestotrotz waren alle begeistert bei der Sache und haben freudig mitgemacht.

 

Tag 3, der letzte Tag, war an meiner Schule, der Nkosinathi Primary School. An diesem Tag hat uns zum Glück ein Freund die Materialien und die Verpflegung zu transportiert, sodass wir die Einkaufswagen zuhause lassen konnten. Anfangs verlief alles wie geplant, die Schüler durchliefen die unterschiedlichen Stationen. Aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten an jeder Schule, haben wir noch einen Hockeyhindernisparcours anstatt des Stopptanzes eingebaut. Nach etwa einer Stunde fing es an zu regnen. Anfangs nicht sonderlich kräftig, wir machten einfach weiter draußen Sport , aber dann wurde der Niederschlag so doll, dass man nicht anders konnte als reingehen. Zum Glück war die Grade R an diesem Tag nicht da, weshalb ihr Klassenraum, welcher mit Abstand der größte von allen ist, unbesetzt war. Wir waren ungefähr fünf Minuten im Raum, da fingen die Kinder an Rhythmen auf den Tischen zu klopfen und sich so zu beschäftigen. Die Musikalität auch schon der Erstklässler ist wirklich faszinierend. Als der Regen wieder weniger wurde, spielten wir noch einige Zeit kleine Spielchen und beendeten den Tag mit einem Müllwettsammeln. Danach sah die ganze Schule aus wie neu.

Alles in Allem waren wir trotz kleinerer Komplikationen sehr zufrieden mit dem Holidayprogram und freuen uns auf das nächste Mal.

Soccertournament

Nach einem Tag Pause ging es am Freitag, den 4. Dezember, zum Fußballturnier nach East London. Wir waren alle äußerst gespannt auf das,was kommen wird. Mit sehr fröhlicher Stimmung kamen wir an. Als die gegnerischen Teams aufeinander trafen gab es einen kurzen Moment der feindlichen Blicke, welcher sich aber innerhalb kürzester Zeit in gemeinsames Feiern umwandelte. Das Wetter war auch an diesem Tag nicht unser Freund, was aber weder Spieler noch Trainer demotivieren konnte. Insgesamt waren wir vier Mädchenmannschaften, eine aus Coffee Bay, eine aus Ilitha, eine aus East London und natürlich meine Mädels die Cool Cats, die alle zusammen in einer der Einsatzstellen in East London schliefen.

Am ersten Spieltag hießen unsere Gegner Coffee Bay und East London. Gegen beider Gegner schlugen die Cool Cats sich sehr wacker und bewiesen großen Kampfgeist. Im Spiel gegen East London zeichnete sich der große Einsatz mit einem Unentschieden aus. Gegen Coffee Bay verloren wir leider aufgrund eines Elfmetertores.

Das Abendprogramm bestand aus einem Berg an Familienpizzen und Pitch Perfect. In dieser Nacht war an Schlaf nicht wirklich zu denken. Viel zu viel Aufregendes war passiert, was die Mädels wach hielt.

Der nächste Tag startete früh um 7:00Uhr. Die Spiele sollten zeitnah ausgetragen werden, da Coffee Bay noch einen weiten Heimweg vor sich hatte.

Diesen Tag stand das Spiel gegen Ilitha und das Spiel um Platz 3 und 4 gegen East London auf dem Plan. Nach einer eindeutigen Niederlage gegen Ilitha mit 4:0 war die Motivation im Platzierungsspiel keinerlei gesunken. Wir spielten auf ein Tor,ohne dabei jedoch das Runde im Eckigen platzieren zu können. Wie es dann meistens so kommt, kassierten wir selbst ein Tor. Nach der Halbzeit drehten die Cool Cats nochmal auf und schossen den Ausgleich. Das erste Tor ihrer Geschichte! Im Elfmeterschießen zogen wir den kürzeren und verloren knapp. Der vierte Platz fühlte sich auf keinen Fall wie der letzte an. Alle anderen Freiwilligen und ich waren unglaublich erstaunt davon, wie sich die Cool Cats für ihre ersten Spiele geschlagen haben.

 

 

Als besonderen Abschluss fuhren wir noch zum Strand. Am Strand war ich live bei einer Ahnenbeschwörung dabei, was sehr interessant war. Die Mutter einer meiner Spielerinnen ist Medizinfrau und ihre Tochter musste für sie dieses Ritual ausführen. Für einige der Mädchen war es der erste Besuch am Meer. Die Begeisterung war mehr als ansteckend, sodass wir alle einen äußerst lustigen Nachmittag am Strand verbrachten.P1070969